Buchvorschlag : 19 Minuten von Jodi Picoult

Veröffentlicht: 2009/01/24 in Unterhaltung

"In neunzehn Minuten kann man das Gras in seinem Vorgarten mähen, die Haare färben oder einen Kuchen backen. Man kann die Wäsche für eine fünfköpfige Familie falten. Neunzehn Minuten kostet es, von der Grenze zu Vermont nach Sterling, New Hampshire, zu fahren. In neunzehn Minuten kann man die Welt zum Stillstand bringen oder einfach aus ihr herausfallen. Neunzehn Minuten kostet es, Rache zu nehmen."

Und genau dies tut der 17-jährige Peter Houghton an der Sterling High School. An einem eigentlich normalen Tag erschießt Peter 10 seiner Mitschüler und verletzt 19 weitere zum Teil schwer.

Josie, seine einzige Freundin aus Kindertagen, überlebt auf wundersame Weise. Sie kann sich nicht erinnern, was an diesem Tag passierte, sie weiß nur, dass ihr Freund Matt tot ist.

Peter ist der typische Außenseiter, er wird seit der Vorschule gehänselt. Nur Josie steht ihm Anfangs noch bei; doch irgendwann merkt sie, dass es einfacher ist, beliebt zu sein und somit wendet auch sie sich von Peter ab.

Josie steigt zu einem beliebten Mädchen auf und gibt sich genau mit den Leuten ab, die immer wieder auf Peter herumhacken. Währenddessen kauert Peter weiterhin am untersten Ende der Beliebtheitsskala und versucht irgendwie unentdeckt zu bleiben, um nicht noch mehr Demütigungen über sich ergehen lassen zu müssen.

 

Was dieses Buch so interessant macht, sind die verschiedenen Sichtweisen zu diesem schwierigen Thema:

Josie, die eigentlich nur beliebt sein wollte und Angst davor hatte genauso zum Außenseiter zu werden wie Peter.

Peters Mutter, Lacy, die sich fragt wie aus ihrem kleinen Jungen ein Mörder werden konnte, wer die Schuld an all dem trägt und vor allem wieviel Schuld sie selber trägt.

Alex, Josies Mutter, eine erfolgreiche Richterin, die den Fall von der juristischen Seite und eher pragmatischen Seite sieht und dabei fast die ohnehin schon schwierige Beziehung zu ihrer Tochter aufs Spiel setzt.

 

 

Dieses Buch gibt Einblick in die Ängste und Probleme Jugendlicher und führt dem Leser manchmal auf sehr harte Weise die Realität vor Augen. Die stilistischen Mittel sind eher locker, aber dennoch der schwierigen Thematik angepasst.

Jedoch schafft es Jodi Picoult den Leser zum Nachdenken zu bringen und zwischen den Zeilen eine Menge Fragen zu stellen. Jeder kennt einen Außenseiter oder war vielleicht sogar selber einer. Waren diese Menschen deswegen potentielle Mörder? Kann der Leser Peter vielleicht sogar verstehen?

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