Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Ja so etwas gab es wirklich einmal. Der 1. Band erschien 1834 in Leipzig, der letzte und 10. Band 1838. Es ist wirklich bemerkenswert, was die männliche Welt damals dachte was Frauen von nutzen sein könnte. Es war ja gewiss nicht böse gemeint, aber irgendwie schienen die „Herren der Schöpfung“ nicht besonders von den geistigen Eigenschaften einer Frau überzeugt zu sein. Also mal sehen, mit was sich Frau, oh Verzeihung Dame von Welt beschäftigen durfte.  Ich hoffe Ihr habt auch etwas Spaß daran und wir Frauen können doch wirklich Stolz darauf sein, was wir bis dato erreicht haben. Denn inzwischen dürfen wir uns ja über weit mehr Dinge unsere Meinung bilden! Aber lest selber, den gekürzten Originaltext aus dem Vorwort:

…allein der Lesezirkel, für welchen das vorliegende bestimmt ist, und die verschiedenen, dem weiblichen Geschlechte ausnahmsweise eigenen Ansprüche und Bedürfnisse mögen die Rechtfertigung dieser Arbeit übernehmen, wenn eine solche nöthig sein sollte.

Das Grundgesetz der Religion ist die Liebe, das Forum der Liebe aber sind die Frauen und deßhalb die Religion vorzugsweise ihr Eigenthum und als solches betrachtet hier an die Spitze gestellt.

Die Bearbeitung historischer Gegenstände wurde Männern anvertraut, die bei einer gediegenen Kenntniß des Stoffes auch einer romantischen Darstellung desselben fähig waren. …

Die Geographie, welche sich so selten der Gunst der Frauen zu erfreuen hat, legte ihr ernstes, steifes Gewand bei Seite, griff zu dem Wanderstabe und tritt als freundlicher Cicerone auf, um Alle, die sie begleiten wollen, in die gewerbreichen Städte und Gegenden unseres Erdtheils, an die Ufer des Amazonenstromes, in die Wüsten Afrika’s und in die Länder des Orients zu führen, welche der erste menschliche Fuß betrat, wo die Sonne ihre Auferstehung feiert. …

Mythologie und Musik vorzugsweise zu begünstigen, schien uns nothwendig. Gern weilt die weibliche Phantasie in dem Lande der Räthsel und des Helldunkels, der Wunder und Sagen, gern überläßt sie sich dem Zauber der Töne und wählt sie oft als treue Begleiterinnen in einem klanglosen Leben.

Bei der Auswahl der Biographien mußten der Bestimmung des Werkes nach die weiblichen den Vorzug haben. Frauen aller Zeiten und aller Nationen, gefeiert wegen ihrer Schönheit oder glänzenden Eigenschaften, wegen ihrer Tugenden oder ihrer Kenntnisse, Fürstinnen, Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Heilige etc. …

Unter den Männern wird man nur welthistorische Namen finden oder solche, die durch ihr Handeln und Wirken die Interessen des Geschlechtes näher berührten, für welche dieses Werk bestimmt ist.

Den zahlreichen Fächern der Kunst und Wissenschaft, je nachdem sie sich der weiblichen Sphäre mehr oder weniger nähern, ward ein minderer oder größerer Raum gestattet.

Der weiblichen Diätetik, so wie der Botanik, letzterer in Bezug auf das Nützliche und Angenehme, schenkten wir vorzugsweise unsere Aufmerksamkeit; was dem praktischen Leben so nahe steht, dazu durften die Mittel, sich zu belehren , nicht fern liegen.

Von der Kochkunst wurde nur das Fremdartige, Ungewöhnliche erwähnt, da ein Kochbuch ohnedies in keinem Haushalte fehlt.

Weibliche Technik, Toilettenkunde, Gegenstände des Luxus und der Mode, so wie eine Menge mehr untergeordneter Branchen, die wir nicht speciel aufführen wollen, fanden ihrem Werthe oder dem Interesse nach, welches die Frauen an denselben zu nehmen gewöhnt sind, schuldige Berücksichtigung, …

Die 7 Weltwunder

Veröffentlicht: 2008/10/14 in Geschichte

Na ja, die der Antike kennt ja jeder.

Aber in einem Gespräch kamen auf das Thema, welches sind denn nun eigentlich die der Neuzeit? Na ja und alle bekamen wir nicht zusammen. Also hab ich mich nochmal hingesetzt und recherchiert 🙂 Je älter man wird …

Nun aber der Reihenfolge nach.

Die 7 Weltwunder der Antike sind:

Pyramidenkomplex von Gizeh

"Entweder steigen durch solche Werke die Menschen zu den Göttern empor oder die Götter zu den Menschen herab." schrieb Plinius, ein römischer Schriftsteller im 1. Jahrhundert n. Chr.

Die größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops, der von 2604 bis 2581 v. Chr. regierte. Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seiten sind im Mittel 238,7 m lang und ihr Neigungswinkel beträgt 51°50′. 

Die mittlere der drei Pyramiden ist die des Pharao Chephren, der in der Zeit von etwa 2558 bis 2532 v. Chr. regierte. Die Chephren-Pyramide war ursprünglich 143,5 m hoch (heute: 136,4 m), die Seitenlänge betrug 215,25 m und ihr Neigungswinkel beträgt 53°10′.

Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Pharao Mykerinos, der in der Zeit von etwa 2532 bis 2503 v. Chr. regierte. Die Mykerinos-Pyramide war ursprünglich 65 m hoch, womit sie nicht mal halb so hoch wie die beiden anderen Pyramiden ist. Die Seiten sind 102,2 m × 104,6 m lang (mittlere Basislänge 103,4 m), und ihr Neigungswinkel beträgt 51° 20′

Die hängenden Gärten der Semiramis

Obwohl sie in keiner Liste der Weltwunder fehlen, ist ihre Existenz archäologisch wie historisch fragwürdig. Wenn es sie gegeben hat, dann wahrscheinlich in der Nähe des Euphrats.

 

 

 

Koloss von Rhodos

war eine über 30 m hohe, monumentale Bronzestatue des Gottes Helios (griech. Sonne), aufgestellt in der Inselhauptstadt Rhodos der gleichnamigen Insel. Die 15 Tonnen Bronze und 9 Tonnen Eisen schwere Statue wurde vom Architekt Chares von Lindos entworfen und wurde im Inneren von einem Eisengerüst und Steinbalken gestützt. 

Sie thronte jedoch nur 66 Jahre über der Stadt Rhodos und kippte im Jahre 226 v. Chr. durch ein Erdbebenum. Viele Häuser wurden dadurch zerstört. Die Trümmerteile – aus Stein und Bronze – lagen noch 900 Jahre in der Stadt. Erst im Jahre 654 n. Chr. wurde der Metallschrott von einem Händler aufgekauft und nach Syrien geschafft.
 

Pharos von Alexandria

war der größte Leuchtturm, der je gebaut wurde. Er wurde auf der kleinen Insel

Pharos errichtet und lag somit 25 Kilometer westlich des kanopischen Nilarmes.

Er wurde 279 v. Chr. fertiggestellt und war ungefähr 120 – 160 Meter hoch. Im 8. Jahrhundert n. Chr. beschädigte ein Erdbeben den Leuchtturm, im 14. Jahrhundert n. Ch. sorgte ein Erdbeben für seinen Einsturz.

Ursprünglich enthielt die Liste der Wektwunder die Stadtmauern von Babylon, die jedoch in der hellenistischer Zeit zerfiel. An ihrer Stelle wurde r Leutturm von Alexandria aufgenommen.

Zeusstatue von Olympia

Vergoldete sitzende Kolossalstatue des Zeus wurde im Jahr 456 v. Chr. fertiggestellt. und war 12 Meter hoch. Der Bildhauer Phidias schuf sie für den Zeus-Tempel von Olympia. Die Zeus-Statue wurde im Jahre 420 n. Chr. Auf Befehl des christlichen Kaiser Theodosius II. als heidnisches Heiligtum geschliffen und die Olympischen Spiele wurden verboten.

 

 

 

Artemis-Tempel zu Ephesos

Der Tempel wurde in Ephesos auf einem Sumpfgelände erbaut. Daher dauerten die Bauarbeiten auch 120 Jahre, der Baubeginn lag um 560 v. Chr. und er wurde nach den Perserkriegen im Jahr 440 v. Chr. beendet. Die Konstruktion war äußerst schwierig, denn sie bestand aus 127 reich verzierten Marmorsäulen von 18 m Höhe auf einer Fläche von 115 m x 55 m, die außergewöhnlich schwere Querbalken trugen. Ein 20 m hohes Holzdach bildete den Abschluss. Geweiht war der Thempel der Göttin Artemis (Fruchtbarkeitsgöttin)

 

Grabmal des Mausolos / Mausoleum von Halikarnassos

Das Mausoleum wurde in Halikarnassos, erbaut und war gut 50 Meter hoch. Es war nach 24 Jahren Bauzeit, als Mausolos 352 v. Chr. starb, noch nicht vollendet. Noch zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten, sie wurden von der Schwestergemahlin geleitet.
Die Reste wurden später von den Johannitern zum Bau ihres Fort Petronia verwendet. Bis heute erhalten ist ein kunstvoll gemauerter Marmorfries des Bildhauers Skopas, der den Kampf der Amazonen gegen feindliche Angreifer zeigt. Der Fries ist 90 Zentimeter hoch und etwa 20 Meter lang, er hängt heute im British Museum in London.

 

 

Die Finalteilnehmen der neuen Liste: Die sieben Weltwunder der Neuzeit. Die Gewinner habe ich rot gemarkert!

Akropolis, Athen, Griechenland, Stadtfestung des antiken Griechenlands, seit 1986 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.


Alhambra, Granada, Spanien, Stadtburg aus der islamischen Zeit in Spanien, gebaut ab dem 13. Jahrhundert.


Angkor, Kambodscha, Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja, Tempelanlage.


Chinesische Mauer, China, über sechs Kilometer Befestigungsmauer, das hinsichtlich von Volumen und Masse das größte Bauwerk der Welt.


Christus-Statue, Brasilien, die Christus-Statue steht auf dem Berg Corcovado über Rio de Janeiro und wurde 1931 geweiht.


Eiffelturm, Paris, Frankreich, das weltweit bekannte Symbol für Frankreich wurde anlässlich der Weltausstellung gebaut und 1889 fertig gestellt.


Hagia Sophia, Istanbul, Türkei, wurde im 6. Jahrhundert in Konstantinopel gebaut und war die Hauptkirche des byzantinischen Kirche.


Kiyomizu-dera, Kyoto, Japan, buddhistische Tempelanlage im Osten von Kyoto, die Geschichte des Tempels reicht bis 798 zurück, die heutigen Gebäude wurden 1633 erbaut.


Kolosseum, Rom, Italien, das größte der im antiken Rom erbauten Amphitehater und der größte geschlossene Bau der römischen Antike.


Kreml, St. Basil’s, Moskau, Russland, der Moskauer Kreml entstand im 15. Jahrhundert und wurde zur Zeit des Großfürstentums Moskau der Sitz der Regierung.


Neuschwanstein, Deutschland, das Schloss wurde von Ludwig II. von Bayern erbaut und ist eine der bekanntesten Touristenziele in Deutschland.

Chichén Itzá, Mayaruinen auf der Halbinsel Yucatán  in Mexiko


Opernhaus in Sydney, Australien, das Sydney Opera House ist eins der berühmtesten und der markantesten Gebäude des 20. Jahrhunderts und das Wahrzeichen von Sydney.


Stonehenge, England, der Bau aus der Jungsteinzeit wurde bis in die Bronzezeit benutzt. Stonehenge liegt 13 Kilometer nordwestlich von Salisbury.


Taj Mahal, Indien, das Mausoleum wurde von dem Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine 1631 verstorbene Hauptfrau Mumtaz Mahal erbaut.


Timbuktu, Mali, Oasenstadt im westafrikanischen Staat Mali.


Statuen auf den Osterinseln, Chile, die kolossalen Steinstatuen der Osterinseln werden Moais genannt, katalogisiert sind 638 Statuen, ursprünglich sollen es über 1000 gewesen sein.


Petra, Jordanien, historische Felsenstadt, heute verlassen, war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer.


Machu Picchu, Inka-Ruinen in den Anden von Peru.

 

Vor 65 Jahren

Veröffentlicht: 2008/10/08 in Geschichte

In der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 1943 fallen mehr als eine 1/4 Millionen Bomben, von den Britischen Streitkräften abgeworfen, auf Hannover. Nach dieser Nacht ist Hannover nur noch ein Trümmerhaufen! 1245 Menschen finden in dieser Nacht in Hannover den Tod.

Dies soll keinesfalls eine Anklage an die britischen Soldaten sein, die in dieser Nacht ihren Befehlen gehorchten.

Dies soll eine Anklage sein gegen die, die diesen SINNLOSEN KRIEG angezettelt haben.

 

Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, der sollte sich die nachfolgenden Links einmal anschauen.

Zeitungsausschnitt von heute als PDF

ARD

Aegidienkirche

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Es den Vögeln gleich zu tun, unendliche Weiten – unendliche Freiheit.

 

Es gab viele kleine Schritte, bis dieses Ziel erreicht wurde:

1513 – Leonardo da Vinci läßt eine mit Heißluft gefüllte Heiligenfiguren aus Leinwand zu Ehren der Krönung Papst Leo X. aufsteigen.

1670 – Der Jesuit Francesco Graf Lana di Terzi veröffentlicht ein Buch, in dem er ein Luftschiff, nach dem Prinzip der Magdeburger Halbkugeln (Unterdruck innerhalb der Kugeln), reisen ließ.

1709 – Der brasilianische Jesuitenpater Bartolomeu Lourenco de Gusmão, der in Coimbra studiert hatte, durfte im August in einem Saal des Palastes in Lissabon vor dem portugiesischen König einen 50 cm großen Heißluftballon fliegen lassen. Beim ersten Versuch stieg er ein wenig empor, fing dann aber Feuer. Zwei Tage später gelang das Experiment. (Gemälde von Bernardino de Sousa Pereira)

1766 – Henry Cavendish entdeckt den Wasserstoff und erkennt die prinzipielle Verwendungsmöglichkeit zum Befüllen von Ballonen.

 

1783 war nun aber das Jahr des entscheidenden Durchbruchs in der bemannten Ballonfahrt. 

 

Die erste Montgolfière (Name des ersten Heißluftballons, hat auch noch heute Gültigkeit) waren kugelähnlicher Säcke aus Leinen mit einem Durchmesser von 12 m. Das Innere war mit einer dünnen Papierschicht ausgekleidet. Ein Hanfnetz, das die gesamte Hülle umspannte, hielt das Ganze in  Form. Am 4. Juni 1783 präsentierten die Gebrüder Joseph Michel und Jacques Étienne Montgolfier (französische Papierfabrikanten) diesen, von ihnen selbstgebauten Heissluftballon erstmals öffentlich dem staunenden Publikum ihrer Heimatstadt Annonay. Nach dem Wissen der damaligen Zeit dachten die Brüder Montgolfier, dass Rauch einen Ballon schweben lassen könnte. Strohballen und Wolle (stark rauchentwickelnde Materialien) wurden dazu verbrannt und der Rauch füllte planmäßig den Ballonsack, der sich unbemannt und ohne eigene Wärmequelle in die Luft erhob. Nachdem die Halteseile gekappt worden waren, soll der Ballon bis auf eine Höhe 1500 m gestiegen  und nach 10 min. langsam auf den Boden gesunken sein. und schwebte etwa 2 km weit, bevor er zu Boden sank.

Nach diesem ersten Erfolg wurden die Gebrüder am 19. September 1783 nach Versailles eingeladen. In Anwesenheit des gesamten königlichen Hofes und  vor den Augen von König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette gelang hier die 1. "bemannte" Ballonfahrt, mit einem Feuer als kontinuierliche Wärmequelle versehene, Heißluftballon der Zeitgeschichte. Die ersten Passagiere waren jedoch keine Menschen, sondern:

ein Tier des Wassers –  eine Ente,

ein Tier des Bodens – ein Schaf und

ein Tier der Luft – ein Hahn.

Der Flug dauerte 12 Minuten und bewies, dass bemannte Luftreisen waren möglich. Der König gab die Erlaubnis, sich der bemannten Luftfahrt zu widmen.

 

Und dann ging es Schlag auf Schlag weiter!

Am 15. Oktober 1783 schwebte der französische Physiker Jean-François Pilâtre de Rozier – durch Halteseile gesichert – vier Minuten lang 26 m hoch über dem Boden.

Am 21. November 1783 gelang den Brüdern schließlich mit einem schön bemalten Ballon von 22 m Höhe und einem Ballonvolumen von 2000 m3, die erste Ballonfahrt mit Menschen. Sie führte über eine Strecke von ca. 9 km (vom Park des Jagdschlosses Muette bei Paris bis Butte-aux-Cailles) und dauerte 25 Minuten. Diese beiden ersten Piloten der Menschheitsgeschichte waren, der bereits genannte Pilâtre de Rozier und der Infanterie-Offizier Marquis d’Arlandes. Fast die gesamte Fahrzeit waren die beiden Pioniere der Ballonfahrt damit beschäftigt, mit nassen Lappen zu verhindern, dass sich das Papier in der Hülle entzündete.

Pilâtre de Rozier entwickelte den Montgolfière weiter, in dem er Wasserstoff und Heißluft kombinierte. Am 15. Juni 1785 startete er mit einem solchen Heißluft-Gas-Hybrid-Ballon (Rozière) von Boulogne-sur-Mer aus in Richtung England. Nach 5 km und in einer Höhe von ca. 900 m entzündete sich der Wasserstoff. Die Ballonhülle wurde zerstört und die Gondel stürzte ab. Pilâtre de Rozier und sein Mitfahrer Pierre Romain kamen beim Absturz ums Leben. Sie waren die ersten Todesopfer der Luftfahrt.

Links

SWR

Ballonmuseum Gersthofen

Markante Jahre der Ballongeschichte

Persönliche Anmerkung

Die Brüder Montgolfier waren also durchaus nicht die Erfinder des Heißluftballons. Sie ebneten jedoch der bemannten Ballonfahrt den Weg!

Die erste schriftliche Verwehung einer "Theatervorstellung" stammt aus dem Jahr 1498, wobei es sich um ein mit großem Kostenaufwand aufgeführtes St.-Johannes-Spiel (geistiges Spiel am 1. Mai, Kirchenpatronatsfest) handelte.

Für das 16. Jahrhundert sind Aufführungen klassischer griechischer und humanistischer Dramen durch das Dortmunder Gymnasium nachweisbar. 1582 fand eine große Aufführung von Johann Rassers (* 1535 † 1594, Dichter und katholischer Pfarrer aus dem Elsass) „Comoedia vom König, der seinem Sohn Hochzeit macht“ statt. Diese frühen Theaterimpulse in einer sich stark entwickelnden Stadt fanden in der Zeit des 30-jährigen ein jähes Ende.

Als Dortmund unter französischer Verwaltung stand, wurde 1806 in Kooperation mit Essen das National-Theater des ersten Gouvernements gegründet. Aber auch diese Theaterinitiative scheiterte 1815, als Dortmund preußisch wurde. 

Ab 1830 entwickelten neue Anfänge eines bürgerlichen Theaterlebens, die sich aber schwer taten, denn es gab weder Bauten noch Traditionen aus der Zeit des höfischen Theaters, der Aufklärung oder der Weimarer Klassik. Es waren daher zunächst Schützenzelte oder gastronomische Betriebe, wie der Gartensaal des Gastwirtes Karl Kühn, die in regelmäßigen Abständen zu Theateraufführungen einluden. Im Zuge der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung schnell und damit auch das Interesse an einem eigenen Theater.

Das Theater im Brüggman’schen Zirkus wurde 1872 zum ersten Versuch, in Form einer Aktiengesellschaft ein Dortmunder Stadttheater zu etablieren. Dieser erste Gründungsversuch scheiterte allerdings 1875 und ging in Konkurs.Das Philharmonische Orchester wurde 1887 gegründet, besass aber noch keine eigene Spielstätte.

Die eigentliche Gründung des Stadttheaters kam auf Initiative einiger Industrieller und Mäzene zustande, die 1887 eine Geldsammlung starteten. Initiatoren waren Albert Hoesch, Friedrich Denninghoff, Heinrich Bömcke und Julius Overbeck. Es wurde eine städtische Theaterkommission gebildet. 

Der Baubeginn des von Architekt Martin Dülfer entworfenen Gebäudes erfolgte am 1. Juli 1902. Das Theatergebäude am Hiltropwall wurde am 17. Dezember 1904 mit Richard Wagners "Tannhäuser" eröffnet. Erster Leiter des „Dortmunder Stadttheaters“ war Hans Gelling.

Links

100 Jahre Theater Dortmund

 

Hans Gelling

 

Martin Dülfer