Archiv für 2010/09/16

Jom ha-Kippurim יום הכיפורים

Veröffentlicht: 2010/09/16 in Judaica

An Rosch haSchanah beginnen die zehn Bußtage, deren Höhepunkt Jom Kippur – der Versöhnungstag – ist. Er ist der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. An ihm wird nach talmudischer Tradition das Urteil über den Menschen, das an Rosh haSchanah – dem Neujahrsfest , dem Tag des Gerichts – gefällt wurde, besiegelt und bekommt damit Gültigkeit.

Sünden zwischen Menschen und G’tt sühnt Jom Kippur, Sünden zwischen den Menschen sühnt er nicht. So ist es also ein Tag der Reue, der Buße und Umkehr; ein Tag, an dem es einzig um das Verhältnis zwischen G’tt und einem Selber geht.

Der Kantor beginnt den längsten aller Abendg’ttesdienste mit dem Kol Nidre (alle Gelübde). Sein Inhalt ist die Bitte, dass G’tt die hier Versammelten von allen Gelöbnissen befreien möge, die man in der Not oder in der Freude, in Sehnsucht und Erwartung oder in Angst und Verzweiflung vor G’tt ausgesprochen hat und dann doch nicht halten konnte oder vergessen hat. Dabei sind nur die Gelübde gemeint, die zwischen dem Menschen und G’tt abgelegt wurden und die keine Rechte und Ansprüche eines anderen Menschen berühren.

Die Feierlichkeit dieses Tages kommt in dem 1939 jiddischen Film "Overture To Glory" unheimlich gut zum Ausdruck. Der berühmte Kantor Moishe Oysher singt hier das Kol Nidre.

 

 

 

Also wünsche ich Euch Allen

Leschana towa tikatewu wetechatemu! (Möget ihr eingeschrieben werden und besiegelt im Buch des Lebens für ein gutes Jahr!)

Jom ha-Kippurim יום הכיפורים

Veröffentlicht: 2010/09/16 in Israel, Kultur
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Maurycy Gottlieb (1856-1879): Jom Kippur (1878)

Maurycy Gottlieb (1856-1879): Jom Kippur (1878)

An Rosch haSchanah beginnen die  zehn Bußtage, deren Höhepunkt Jom Kippur – der Versöhnungstag – ist. Er ist  der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. An ihm wird nach talmudischer Tradition das Urteil über den Menschen, das an Rosh haSchanah – dem Neujahrsfest , dem Tag des Gerichts – gefällt wurde, besiegelt und bekommt damit Gültigkeit.

Sünden zwischen Menschen und G’tt sühnt Jom Kippur, Sünden zwischen den Menschen sühnt er nicht. So ist es also ein Tag der Reue, der Buße und Umkehr; ein Tag, an dem es einzig um das Verhältnis zwischen G’tt und einem Selber geht.

Der Kantor beginnt den längsten aller Abendg’ttesdienste mit dem Kol Nidre (alle Gelübde). Sein Inhalt ist die Bitte, dass G’tt die hier Versammelten von allen Gelöbnissen befreien möge, die man in der Not oder in der Freude, in Sehnsucht und Erwartung oder in Angst und Verzweiflung vor G’tt ausgesprochen hat und dann doch nicht halten konnte oder vergessen hat. Dabei sind nur die Gelübde gemeint, die zwischen dem Menschen und G’tt abgelegt wurden und die keine Rechte und Ansprüche eines anderen Menschen berühren.

Die Feierlichkeit dieses Tages kommt in dem 1939 jiddischen Film „Overture To Glory“ unheimlich gut zum Ausdruck. Der berühmte Kantor Moishe Oysher singt hier das Kol Nidre.

Also wünsche ich Euch Allen

Leschana towa tikatewu wetechatemu!

(Möget ihr eingeschrieben werden und besiegelt im Buch des Lebens für ein gutes Jahr!)