Index Librorum Prohibitorum im Islam :-(

Veröffentlicht: 2010/05/01 in Aktuelles, Kultur
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Das geht den Sittenwächtern zu weit :-(

Das geht den Sittenwächtern zu weit 😦

Das Buch „Tausendundeine Nacht“ kennen wohl die Meisten von uns.

Es ist die Geschichte von Schahriyâr, König einer ungenannten Insel „zwischen Indien und Kaiserreich China“. Er ist so schockiert von der Untreue seiner Frau, dass er sie töten lässt und seinem Wesir die Anweisung gibt, ihm fortan jede (in einigen Versionen: jede dritte) Nacht eine neue Jungfrau zuzuführen, die jeweils am nächsten Morgen ebenfalls umgebracht wird.

Nach einiger Zeit will Scheherazde, die Tochter des Wesirs, die Frau des Königs werden, um das Morden zu beenden. Sie beginnt, ihm Geschichten zu erzählen; am Ende der Nacht ist sie an einer so spannenden Stelle angelangt, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will und die Hinrichtung aufschiebt. In der folgenden Nacht erzählt Scheherazade die Geschichte weiter, unterbricht am Morgen wieder an einer spannenden Stelle, usw. Nach tausend und einer Nacht hat sie ihm in den orientalischen Druckfassungen drei Kinder geboren, und der König gewährt ihr Gnade.

Soweit zum Inhalt der ältesten arabischen Handschift, die wir kennen.

Im islamischen Königreich Saudi-Arabien steht «Tausendundeine Nacht» bereits auf dem Index!

Und auch wir sollen sie in Zukunft nur noch in „abgespeckter“ Form lesen dürfen, denn:

in Kairo befasst sich der Generalstaatsanwalt gerade mit einer Klage gegen das Werk, die eine Gruppe von Anwälten eingereicht hat. Die empörten Muslime fordern, die Verantwortlichen einer Behörde zu verurteilen, die kürzlich eine vom Kulturministerium subventionierte Ausgabe auf den Markt brachte. Die zwei Bände, die extrem günstig angeboten wurden, waren rasch ausverkauft.  Am 17. April übergaben sie den Justizbehörden eine Klageschrift. Darin zitieren sie einige Passagen aus dem Werk, die aus ihrer Sicht anstößig sind und deshalb «der öffentlichen Moral schaden».

Na ja bei uns gibt es zum Glück Atiquariate und e-books 🙂

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Kommentare
  1. monologe sagt:

    Und was genau ist der Grund der Klage? Was ist dermaßen anstößig? Weißt Du´s?

  2. chawart sagt:

    Ja.
    Sie klagen wegen der erotischen Passagen in den Geschichten.

    Man muss aber auch bedenken, dass die Erzählungen ca 800 n.Chr. entstanden sind. Und da war die Ausdrucksweise völlig normal. Die „Sittenwächter“ gibt es ja erst heute 😦

  3. Romana König sagt:

    Gibts nix Wichtigers für die ? Schöne Märchen gehören doch zu uns, egal aus welchem Land oder aus welchem Religionsepos sie stammen.LG Romy

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