Mit Kindern sprechen über die Gefahr im Internet

Veröffentlicht: 2009/04/12 in Warnungen !!!

Dies ist die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, aber ich finde, das betrifft durchaus auch Erwachsene, die zu leichtsinnig sind… aber lest selbst:

 

 

Fußschritte

Shannon konnte die Fußschritte hinter sich hören als sie nach Hause ging. Der Gedanke dass sie verfolgt wird, lies Ihr Herz schneller schlagen. "Du bist lächerlich", sagte sie sich selbst, "niemand verfolgt dich." Um sicher zu gehen beschleunigte sie ihr Schritttempo, doch die Schritte glichen sich ihrer an. Sie hatte Angst nach hinten zu sehen und sie war froh dass sie fast zuhause war.

Shannon sagte ein schnelles Gebet, "G’tt, bitte lass mich sicher nach Hause kommen." Sie sah das Außenlicht brennen und rannte den Rest des Weges, bis zum Haus. Erst mal drinnen, lehnte sie sich einen Moment gegen die Tür, erleichtert in den sicheren vier Wänden ihres Zuhauses zu sein. Sie sah aus dem Fenster um nach zu sehen ob jemand da draußen war. Der Gehweg war leer. Nachdem durchblättern ihrer Bücher, entschloss sie sich einen Snack zu sich zu nehmen und online zu gehen.

Sie loggte sich unter ihrem Nicknamen ByAngel213 ein. Sie sah in ihre Buddyliste und stellte fest dass GoTo123 online ist. Sie schickte ihm eine Nachricht.

ByAngel213: Hi ich bin froh dass du online bist! Ich hab geglaubt dass mich jemand nach Haus verfolgt hat. Es war total komisch.

GoTo123: Du guckst zu viel fern. Wieso sollte dich jemand verfolgen? Wohnst du nicht in einer sicheren Gegend?

ByAngel213: Natürlich wohn ich in einer sicheren Gegend. Ich nehme an, dass ich mir das nur eingebildet habe, denn ich hab niemanden gesehen, als ich raus geschaut habe.

GoTo123: Es sei denn du hast deinen Namen übers Internet raus gegeben. Das hast du doch nicht gemacht oder?

ByAngel213: Natürlich nicht. Ich bin doch nicht doof, weist du?

GoTo123: Hattest du ein Softball Spiel nach der Schule heute?

ByAngel213: Ja, und wir haben gewonnen!!

GoTo123: Das ist klasse! Gegen wen habt ihr gespielt?

By Angel213: Wir haben gegen die Hornets gespielt. Der ihren Uniformen sind total schrecklich! Sie sehen aus wie Bienen!

GoTo123: In welchem Team spielst du?

ByAngel213: Wir sind die Canton Cats. Wir haben Tigerpfoten auf unseren Uniformen. Die sind total cool.

GoTo123: Hast du gepitched?

ByAngel213: Nein, ich spiele Second Base. Ich muss weg. Meine Hausaufgaben müssen fertig sein bevor meine Eltern nach Hause kommen. Ich will sie nicht verärgern. CU!

GoTo123: Bis dann. CU!

Während dessen….. GoTo123 ging zum Mitgliedsmenü und begann die Suche nach ihrem Profil. Als er es fand, markierte er es und druckte es aus. Er holte einen Stift heraus und begann auf zu schreiben was es bis jetzt über Angel wusste.

Ihr Name: Shannon; Geburtsdatum: Jan. 3,1985; Alter: 13; Staat in dem sie wohnt: North Carolina; Hobbies: Softball, Chore, skating und shoppen.

Neben dieser Information wusste er das sie in Canton wohnt, weil sie es ihm grad gesagt hat. Er weiß dass sie bis 18:30 Uhr alleine war, und das jeden Nachmittag bis Ihre Eltern von der Arbeit kommen. Er wusste das sie im Schulteam Donnerstagnachmittag Softball spielt. Und das sich das Team Canton Cats nennt. Ihre Glückszahl 7 ist auf dem Rücken ihrer Uniform gedruckt. Er wusste das sie im siebten Schuljahr der Canton High School war. Das hat sie ihm erzählt. All dies in einer Unterhaltung die sie online hatten.

Er hatte jetzt genug Informationen um sie zu finden.

 

Shannon erzählte ihren Eltern nicht von dem Geschehen auf dem Weg nach Hause. Sie wollte nicht das sie ihr eine Szene machen und ihr verbieten zu Fuß nach Haus zu gehen nach dem Softball Spiel. Eltern übertreiben immer maßlos und ihre waren die Schlimmsten. Sie wünschte sie wäre kein Einzelkind. Wenn sie doch einen Bruder und eine Schwester hätte, dann wären ihre Eltern nicht so übertrieben beschützerisch. Bis Donnerstag, hatte Shannon die Fußschritte längst vergessen.

Sie war grad mitten im Spiel als sie merkte dass jemand sie anstarrte. In dem Moment fielen ihr auch die Schritte ein. Sie sah von ihrem Second Base nach oben, um festzustellen das ein Mann sie genau beobachtete. Er lehnte sich gegen den Zaun und lächelte als sie ihn ansah. Er sah überhaupt nicht Angst einflössend aus und sie vergaß schnell wieder ihre  Bedenken. Noch saß er auf einer Bank in ihrer Nähe, als sie noch kurz mit dem Trainer sprach. Sie bemerkte sein Lächeln auf ein Neues und ging an ihm vorbei. Er nickte und sie lächelte zurück. Ihm fiel der Name auf dem Rücken ihres Trikots auf und er wusste, dass er sie gefunden hatte. Er ging mit einem sicheren Abstand hinter ihr her.

Sie waren nur ein paar Häuser von Shannons zu Hause entfernt. Und als er wusste wo sie wohnt, ging er schnell zurück zum Park um sein Auto zu holen. Jetzt musste er warten.

Er entschloss sich etwas zu essen bis die Zeit gekommen ist nach Shannons Haus zu gehen. Er fuhr zu einem Schnellrestaurant und blieb dort bis es Zeit war seinen Schritt zu machen.

Shannon war in ihrem Zimmer als sie Stimmen im Wohnzimmer hörte. "Shannon, komm her", rief ihr Vater. Er hörte sich besorgt an und sie konnte sich keineswegs vorstellen warum.

Sie ging ins Zimmer, als sie den Mann vom Spielfeld auf dem Sofa sitzen sah. "Setz dich", fing ihr Vater an, "dieser Mann hat uns grad eine sehr interessante Geschichte über dich erzählt." Shannon ging zu einem Stuhl gegenüber im Raum. Wie konnte er ihren Eltern überhaupt irgendetwas erzählen?

Sie hatte ihn bis heute noch nie zuvor gesehen! "Weißt du wer ich bin? Shannon?", fragte der Mann sie. "Nein", antwortete Shannon.

"Ich bin ein Polizist und dein Onlinefreund, GoTo123." Shannon war erstaunt.

"Das ist nicht möglich! GoTo ist ein Kind in meinem Alter! Er ist 14 und wohnt in Michigan!" Der Mann lächelte.

"Ich weiß das ich dir das erzählt habe, aber es war nicht wahr. Siehst du, Shannon, es gibt Menschen online die nur so tun als wenn sie Kinder wären. Ich war einer von denen. Doch während andere es machen um Kinder zu finden und ihnen weh zu tun, gehöre ich zu der Gruppe die es macht um Kinder zu schützen. Ich bin her gekommen um dich zu finden und um dir beizubringen wie gefährlich es sein kann zu viel Informationen raus zu geben, an Menschen übers Internet. Du hast mir genug erzählt, um es mir leicht zu machen dich zu finden. Dein Name, die Schule die du besuchst, der Name deines Ballteams und die Position in der du spielst. Die Nummer und der Name auf deinem Trikot machte das finden nur noch einfacher." Shannon war immer noch erstaunt. "Du wohnst nicht in Michigan?" Er lachte. "Nein, ich wohne in Raleigh. Es hat dir ein sicheres Gefühl gegeben zu glauben, dass ich so weit weg wohne, nicht wahr?" Sie nickte.

"Ich hatte einen Freund dessen Tochter war genau wie du, nur hatte sie nicht so viel Glück. Der Mann fand sie und tötete sie während sie allein zu Haus war. Kindern wird beigebracht nie jemanden zu sagen wenn sie allein zu Hause sind, jedoch tun sie es ständig, online. Sie tricksen dich aus, Informationen raus zu geben, ein wenig hier, ein wenig da. Bevor du es weißt hast du ihnen genug erzählt damit sie dich finden können, ohne dass du es überhaupt bemerkt hast. Ich hoffe dass du daraus etwas gelernt hast und demnächst vorsichtiger bist." "Das werd ich" versprach Shannon. "Wirst du anderen davon erzählen, damit sie auch sicher sind?" "Das verspreche ich !"

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Kommentare
  1. rosenstrauss sagt:

    Die Geschichte kenne ich schon etwas länger und ich fand sie so lehrreich, daß ich sie meiner 14jährigen Nichte ausgedruckt und zum Lesen gegeben habe. Ich hoffe, sie hat sich etwas darausgezogen und geht mit ihren privaten Informationen vorsichtig um 🙂

  2. Chawa sagt:

    Ja, ich kannte die Geschichte auch, aber ich dachte, vielleicht, wenn die Familien zu Ostern mal in Ruhe zusammen sitzen, dann könnten Sie mal mit ihren Kids darüber sprechen.

  3. Anette sagt:

    Leider sind wahrscheinlich viele Teenies ziemlich renitend. Frei nach dem Motto: Mir wird schon nix passieren. Es ist aber gut und richtig immer wieder darauf aufmerksam zu machen.Wünsche Frohe Ostern und vorallem friedliche Feiertage.

  4. . sagt:

    Das Internet eine der gefährlichsten Plattformen überhaupt ! Im Internet lauern auch Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Vor allem Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene sind gefährdet. Sie gehen häufig viel zu leichtfertig mit den Risiken des Internets um und müssen unbedingt einige Regeln beachten. Denn das Internet bietet nicht nur viele Möglichkeiten, es birgt auch unzählige Gefahren.Außerdem ist das weltweite Netz auch ein Forum für Gewalt, Pornographie und illegale Machenschaften. Leider müssen wir uns immer wieder klar machen, dass sich im Internet viele fragwürdige Gestalten tummeln, die die Anonymität des riesigen Netzwerkes für ihre Zwecke nutzen und versuchen, unter einem ihrer Tarnmäntel an andere heranzutreten.Grüße Birgit

  5. rosenstrauss sagt:

    Genau aus dem Grund hatte ich schon vor ein oder zwei Jahren extra einen Blog geschrieben, wie man sich einigermaßen vor dem Mißbrauch der privaten Daten schützen kann. Aber wie Annette schon schrieb, sind sehr viele einsichtsresistent und der Meinung, Ihnen würde nichts passieren :((

  6. Mandy sagt:

    Liebe Freundin Chawa, auch ich kenne diese Geschichte schon länger und als ich sie das erste mal gelesen habe, überzog mich ein Schauer. Weißt du, es passiert immer soviel auf und in dieser verrückten Welt und noch immer höre ich viele Menschen…ach, das ist doch alles so weit weg. Ja, glaubt man, bis man mit einer Unfassbarkeit selbst betroffen ist. Und damit meine ich nicht nur das Internet. Ich habe immer wieder mit meinen Kindern gesprochen und doch hatte ich auch das Gefühl, manchmal gegen Wände zu reden. Ein jeder, der selbst Kinder hat, kennt wahrscheinlich dieses Gefühl. Ich habe das Glück, dass meine Kids, die Tochter eher als der Sohn, mit mir über "komische" Begebenheiten gesprochen haben und so war es Sabrina, die mit mir über einen Mann sprach, der sich in dem Chatroom Studie VZ herumgetrieben hat und den Versuch unternahm, an Telefonnummern und Adressen durch perfide Methoden zu gelangen. Und mit Grauen frage ich mich, wieviele Mädchen und Jungen gibt es da bloß, die ohne Argwohn auf die Masche hereinfallen. Wir werden unsere Kinder nicht in jeder Hinsicht schützen können, aber wenn wir mit Gesprächen aufmerksam machen, begleiten wir sie doch schon ein Stück sicherer auf ihrem Weg oder?

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