Weihbischof Richard Williamson, der Stolz der Vatikans???

Veröffentlicht: 2009/02/01 in Judaica

 

Bischof Richard Williamson hat sich zwar inzwischen schriftlich beim Vatikan für die Aufregung, die seine Äußerungen gemacht haben, entschuldigt.  Er beharrt aber weiterhin darauf, dass keinesfalls sechs Millionen Juden in den Gaskammern der Nazis ermordet worden seien. Am Freitag tauchte ein kurzes Schreiben von Williamsons an Kardinal Castrillón Hoyos in dem religiösen argentinischen Internetportal Panorama Católico Internacional auf.

Darin heißt es:

"Angesichts des schrecklichen Sturms, der durch meine unvorsichtigen Kommentare im schwedischen Fernsehen heraufbeschworen wurde, bitte ich Sie mit allem Respekt, den Ausdruck meines tief empfundenen Schmerzes wegen der von mir ausgelösten unnötigen Verunsicherungen und Probleme zu akzeptieren. … 

Für ihn habe nur die Wahrheit Bedeutung. …

Jonas sagte: "Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist".» (Jonas, 1,12)."

(Original als PDF mit Übersetzung)

 

Zwar hat sich der Vatikan angesichtes der weltweiten Entrüstung über die Äusserungen Williamson’s von der Leugnung des Holocaust distanziert, mehr aber auch nicht! Der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte: "Wer den Holocaust leugne, leugnet den christlichen Glauben selbst. Und das ist um so schlimmer, wenn es aus dem Mund eines Priesters oder eines Bischofs kommt."

Ein erster Schritt aus diesem Konflikt wäre, Williamson die Leitung des Priesterseminars nahe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, dass er seit 2003 leitet, zu entziehen. Ob sich der Leiter der Priesterbruderschaft St. Pius X, Bernard Fellay, eine solche Entscheidung treffen werde, sei unbekannt und fraglich. Zwar wurde Williamson inzwischen ein "Presse-Maulkorb" angelegt, den Mitgliedern seines Priesterseminars wird er aber auch weiterhin seine wahnwitzigen Äusserungen und Einstellungen weiter geben.

Offizelle Stimmen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

Die 15 Tübinger Theologen kritisierten den Beschluss des Papstes als „Ärgernis und schwere Belastung unserer Arbeit“: „Wer sich auf dem Boden des II. Vatikanischen Konzils um eine Kirche und eine Theologie bemüht, die im offenen Dialog mit der Welt und den Religionen, insbesondere dem Judentum, stehen, fühlt sich vor den Kopf gestoßen. (…) Wir befürchten, dass die Aufhebung der Exkommunikation dieser Bischöfe einen Wendepunkt in der nachkonziliaren Kirchengeschichte markiert.“

Nahezu die gesamte Professorenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster

Charlotte Knobloch, machte erneut deutlich, dass die Entscheidung des Vatikans das Verhältnis zwischen den Juden und der katholischen Kirche massiv belastet. "Gerade von einem deutschen Papst habe sie sich mehr Sensibilität im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten erhofft. Schließlich handele es sich bei dem britischen Holocaust-Leugner um einen überzeugten Antisemiten, den Neonazis als Helden feierten. Sie erwarte nun ein klares Signal aus dem Vatikan, dies sei unerlässlich für den weiteren Dialog."

Mein Fazit

Damit ich hier nicht böse Worte schreibe, kurz und bündig:

UNSENSIBEL, UNVERSCHÄMT …

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Kommentare
  1. Volker sagt:

    Es ist schon befremdend, welche Entscheidungen der Herr Papst in juengster Vergangenheit getroffen hat. Was der Herr Bischof Williamson von sich geheben hat ist schon starker Tobak. Auch die Ernennung des ultrakonservativen oesterreichischen Pfarrers Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof ist etwas abwegig. Was denkt sich dieser Papst. Herr Wagner hat zB. den Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 als eine Art göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt bezeichnet. Oder er hat nach der Tsunami-Katastrophe 2004 bemerkt, dass die Flutwelle nicht zufällig zu Weihnachten aufgetreten sei, wenn die Leute aus dem reichen Westen ins arme Thailand flüchteten. (Zitate aus N-TV). Also ich hatte Herrn Ratzinger mehr Fingerspitzengefuehl zugetraut.

  2. Harald sagt:

    Fingerspitzengefühl vom Papst zu fordern hört sich zu sehr danach an zu verlangen das er versöhnlicher agieren solle, …wieso eigentlich wird nirgends das Motiv des Oberhauptes benannt derartiges (solche Leute an solchen \’Orten\‘ einzusetzen) zu veranlassen? Außerdem zeigt sich wieder einmal wie sehr \’Religion\‘ (falls es wirklich DARUM geht) die Gemüter erhitzt und wie wenig hilfreich das dann ist.

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