Hamas und Co.

Veröffentlicht: 2009/01/12 in Judaica

Um die ganze Situation und das Ausmaß zu verstehen, bedarf es einiger Hintergrundinformationen.

Die radikal-islamische Hamas ist kein einheitlicher Block. Es ist also keine Armee eines anderen Staates, die der klar zu erkennen und so zu bekämpfen wäre. Sie ist vielmehr eine Bewegung, eine Organisation, die aus dem militärischen und dem politischen Flügel besteht, mal ganz grob gesagt. Dazu kommen noch Freunde, finanzielle Unterstützer und sonstige Helfer und Sympathisanten.

Im Mititärjargon spricht man von einer "asymmetrische Bedrohung". Das heißt

  • die Angreifen tragen keine Uniform,
  • sie erkaufen und erpressen sich die Sympathien der Bevölkerung
  • verschanzen sich in deren Wohnblocks und zivilen Einrichtungen
  • von hier gehen sie gegen ihre Gegner mit gezielten Kleinangriffen, Anschlägen oder Raketenbeschüssen vor.

Diese ist die Taktik der militanten Palästinenser schon seit Jahren. Im dicht besiedelte Gaza-Streifen gibt es nur sehr wenige hamasfreie Zonen. Die Hamas nimmt die vielen Toten billigend in Kauf, ja sie sind sogar Teil ihrer Plans. Noch  nie zuvor wurde so viel Geld für die Palästinenser gespendet wie jetzt.

Die Kinder der Hamas, traurig aber wahr!

Nun werden seit Jahren politische Lösungen in der Nahostpolitik gefordert. Mit mit der Fatah wäre das zu machen gewesen – mit der Hamas offenbar nicht. Die Welt hatte nach dem Wahlsieg der Hamas gehofft, sie könnte  zu einer pragmatischen islamistischen Partei werden. Aber die Israelvernichtungsideologie ist einfach zu stark mit der Hamas verwurzelt, so dass sie diese nicht aufgeben wollten. Statt im Gazastreifen zu demonstrieren, dass auch Islamisten zum Wohle ihres Volkes regieren können, haben sie das Gebiet zum Trainings- und Waffenlager für Terroristen gemacht. Während der halbjährige Waffenruhe wurde nicht etwa die Lage der Menschen in Gaza verbessert, sondern mit iranischer Hilfe die Reichweite der Raketen von 20 auf 40 Kilometer erhöhen.

Natürlich wird auch dieser Krieg nicht alle Probleme lösen, denn er brach aus, weil die Hamas an keinerlei Friedenslösung interessiert ist. In diesem Krieg werden daher von der israelischen Armee 2 Ziele verfolgt:

  • einen länger anhaltenden echten Waffenstillstand zu erreichen
  • den Aufbau einer Terrorarmee, der vom Iran forciert wird, zu verhindert.

In den letzten Tagen hörte ich öfters das Argument "Israel befördere so den Extremismus in der Region."

So ist es aber nicht, denn es hat sich ja gezeigt, dass all die Treueschwüre des Iran und der Hisbollah gegenüber der Hamas nichts wert sind. Denn zur Zeit kann sich die Hamas auf ihre beiden "Mentoren" nicht verlassen. Durch den Krieg ist im Moment die Extremisten-Achse geschwächt. Außerdem wird krasser als im Libanonkrieg deutlich, dass auch die panarabische Einstellung gegen Israel nicht mehr das ist, was sie mal war. Gerade die arabischen Führungsnationen Saudi-Arabien und Ägypten haben scharfe Kritik an der Hamas geäußert. Denn Sie wissen nur zu gut, dass der radikale Fundamentalismus für ihre Gesellschaften genauso gefährlich ist wie für Israel.

Wer jetzt gegen Israels Selbstverteidigungsrecht demonstriert, macht eine Lösung des Nahostkonfliktes unwahrscheinlicher. Denn es wird der Eindruck vermittelt, mit ein paar Raketen pro Tag ließe es sich doch ganz gut leben.

Klar, in Berlin, Paris und Brüssel schon.

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Kommentare
  1. Sternchen sagt:

    Dieser Einschätzung der Lage ist nichts hinzuzufügen, ich wünsche Dir einen angenehmen Montag lg Sternchen

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