Chanukka – חנוכה

Veröffentlicht: 2008/12/13 in Judaica

Am 21. Dezember 2008 beginnt Chanukka ( חנוכה ); es ist ein nachbiblisches Fest, jedoch kein religiöses Vollfest  und bedeutet "Neueinweihung", "Wiedereröffnung".

Chanukka beginnt am 25. Kislew und dauert acht Tage lang. Mit Chanukka wird der Sieg des Judas Makkabäus und seiner vier Brüder über die Seleukiden-Dynastie von Syrien im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.) gefeiert, welcher die Befreiung des Tempels in Jerusalem beinhaltete. Danach wurde der Tempel gereinigt und neu geweiht.

Das Besondere an Chanukka ist sein Leuchter, denn die Menora ist ein 8-armiger Leuchter. Die 9. Kerze wird Schamasch (Diener) genannt, denn mit ihr werden die nachfolgenden Kerzen angezündet. Danach wird sie an ihren Platz zurückgestellt wird. Warum aber 8 Kerzen? Die Antwort gibt uns eine rabbinische Legende.

Denn es habe nach der Schändung des Tempels nur noch einen einzigen kleinen Krug geweihtes Öl für die Menora gegeben. Dieser Vorrat wäre normalerweise nach einem Tag aufgebraucht gewesen. Doch durch ein Wunder hielt er acht Tage, bis neues geweihtes Öl hergestellt werden konnte.

 

Die Chanukka-Lichter werden zu Beginn der Nacht entzündet. Am ersten Abend wird nur ein Licht angezündet und zwar das Rechte, wenn man vor der Menora steht. Am zweiten Abend dann das 2. und 1. und so fort, bis am achten Abend alle Lichter brennen.

Die angezündeten Chanukka-Lichter dürfen nicht für praktische Zwecke benutzt werden, wie etwa zum Lesen, zum Beleuchten eines Zimmers oder zum Anzünden einer Zigarette. Die angezündete Menora wird oftmals in ein Fenster gestellt, damit sie von außen gesehen werden kann.

An den Chanukkatage trifft sich die ganze Familie zum Abendessen, Freunde werden eingeladen, es ist eine Zeit der gemeinsamer Erinnerungen an die Vergangenheit und des Ausdrucks neuer Hoffnungen für die Zukunft. Fasten und Totenklagen sind streng untersagt. In dieser heitern Stimmung werden jiddische Lieder gesungen, Märchen und Geschichten über die Makkabäer erzählt.

Das Verteilen von Geschenken hat seinen Ursprung in einem alten Brauch des Chanukkageldes. Die Kinder bekamen damals Geld für ihre Lehrer in Cheder חֶדֶר ‎(jüdische Schule) und diese Tradition hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten.

 

Gern spielt die ganze Familien mit dem Deidl  (סביבון s’wiwon), Einsatz sind Süßigkeiten oder kleine Münzen. Der Deidl ist halb Kreisel und halb Würfel und auf seinen Flächen befinden sich die vier hebräischen Buchstaben Nun, Gimel, He und Schin.

Diese vier Buchstaben sind zugleich die Anfangsbuchstaben des Satzes  נס גדול היה שם  Ness Gadol Haja Scham (ein großes Wunder geschah da). 

Das Spiel ist sehr einfach, denn die Seite, welche nach oben zeigt, gibt den Gewinn an:

  • נ Nun = (nichts) – man gewinnt nicht, verliert aber auch nichts.
  • ג Gimel = (gut oder ganz) – man gewinnt den gesamten Inhalt der Bank, danach muss jeder Spieler wieder ein Stück in den Pot legen.
  • ה He = (halb) – man gewinnt die Hälfte der Bank (aufgerundet).
  • ש Schin = (schlecht oder schtell ein; jidd.) – man muss ein (zwei) Stück(e) in die Bank legen. Wer nichts mehr hat, muss aufhören.

Traditionelle Gerichte sind natürlich auch wichtig!

 

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Kommentare
  1. WhiteHaven sagt:

    Also ehrlich gesagt hab ich ein Problem damit wenn militärische Siege instrumentalisiert werden…überleg mal in Deutschland, also gerade in Deutschland, würde heute noch der Sieg der Germanen über die Römer in der Schlacht im Teutoburger Wald gefeiert werden…oder in Deutschland und England würde der Sieg in der Schlacht von Waterloo über die Franzosen gefeiert werden…wahrscheinlich liegts daran das die jüdische Glaubensgemeinschaft soviel Unterdrückung und Leid hat erfahren müssen in den folgenden Jahrtausenden…das ein Sieg vor über 2000 Jahren zu einem Fest herhalten muss…das ist meine tiefenpsychologische Erklärung…liebe GrüsseWhiteHaven

  2. Chawa sagt:

    Na ja, bösartig wie ich nun mal bin kann ich zu WhiteHaven\’s Kommentar dann nur sagen:Warum gibt\’s Weihnachten, Volkstrauertag und Co.Bin ich aber nicht und um ehrlich zu sein, den Kommentar fand ich nicht lustig und angebracht.Jede Religion hat seine Feiertag und das ist auch gut so. Und Chanukka ist mehr, als der Sieg! Es war nach Jahren der Unterdrückung endlich wieder möglich, die Religion aus zu üben!!!! Und das, ist wirklich ein Grund zum Feiern.Und um mich nicht ganz irritiert zu fühlen: Ich nehm\’s nicht persönlich.Aber mach einer weiß eben nicht, was CHAWA bedeutet und woher es kommt.

  3. WhiteHaven sagt:

    Nun Chawa ist hebräisch und heißt übersetzt Eva…die Lebensspendende…wir haben zum Beispiel gerade 2 "Evitas" auf meiner Station in Betrieb…also 2 Beatmungsmaschinen…mir ist schon bewußt das du eine Deutsche jüdischen Glaubens bist, also da geh ich jetzt mal davon aus…und selbstverständlich ist mein Kommentar nicht persönlich gemeint…und lustig war er auch nicht gemeint, sondern ernst…angebracht hhhmmm…ich wollte dir die Feiertagslaune nicht verderben…geh mal davon aus das du dir, deine Feiertagslaune auch nicht verderben lässt …dann feier mal schön…!

  4. FREE sagt:

    Ein sehr interessanter Bericht http://i44.tinypic.com/28a6mtg.jpg Grüßle Jenny

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