Wozu gibt es die ICCAT eigentlich???

Veröffentlicht: 2008/11/30 in Wahrheiten

Ich muss gestehen, dass es bei uns auch ab und an Thunfisch zu essen gibt.

Und ich muss gestehen, er schmeckt gut.

Das aber wird gerade bei uns sehr ernsthaft überdacht, denn die Schlussmeldungen von der ICCAT (Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfischs) aus Marrakesch sind doch wirklich mehr als alarmierende.

 

Trotz massiver Proteste von Wissenschaftlern, Unternehmen und Umweltverbänden haben die 46 Vertragsstaaten, darunter die EU, für 2009 eine Fangquote von 22000 Tonnen für den bedrohten Roten Thunfisch (Thunnus thynnus) im Mittelmeer beschlossen. Zudem lassen die ICCAT-Staaten erneut den Fischfang während der Laichsaison Mai und Juni zu.

Der Rote Thunfisch (auch Atlantischer oder Blauflossen-Thun) ist massiv überfischt, sein Bestand vom Zusammenbruch bedroht. Die ICCAT hat schon in den letzten Jahren immer wieder die Mahnungen der EIGENEN Wissenschaftler in den Wind geschlagen, die Quoten drastisch zu senken und die Kontrollen zu verschärfen. Auch in diesem Jahr hatten ICCAT-Experten eine maximale Fangquote von 8500 bis 15000 Tonnen sowie eine Schließung der Fischerei in der Laichzeit empfohlen.

Zwar wurde die Fangmenge von 29500 Tonnen auf die besagten 22000 Tonnen gedrosselt, das ist aber nicht genug. Denn auch die illegale Fischerei im Mittelmeer ein großes Problem. Nach Angaben von WWF werden bis zu 50 Prozent mehr Tunfisch gefangen, als die ohnehin zu hohen Quoten vorsehen. Die WWF und viele Unternehmen (u.a. Frosta AG, Deutsche See und die Metro Group) daher einen entschiedenen Kampf der EU gegen die Piratenfischerei. Elf Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Schweiz und Österreich unterstützen die Initiative des WWF.

Es gibt eigentlich nur noch wenig Alternativen:

  • ein vorübergehendes Fangverbot im gesamten Mittelmeer.
  • ein Thunfisch-Reservats im Seegebiet der Balearen, in dem die Tiere sich ungestört vermehren können.
  • ein internationales Handelsverbot im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES.

Denn die Ausrottung des Roten Thunfischs löst aber wie immer eine Kettenreaktion aus. Verschwindet der Tunfisch, vermehren sich seine Beutetiere, die Tintenfische. Da Tintenfische sich von Sardinen ernähren, werden irgendwann die Sardinenfänge auch ausbleiben.

 

Was mal wieder beweist:

Der Mensch schafft es wirklich seine Umwelt völlig zu zerstören!

 

Interessante Links zum Nachlesen: 

Stimmen am Rande der ICCAT im öffentlichen Ordner als PDF hinterlegt

wwf: Thunfisch Moratorium

greenpeace: Zeit und thunfisch gehen aus

greenpeace: pirate-booty.pdf

wwf: Der rote Thunfisch trägt schwarz

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Kommentare
  1. Volker sagt:

    Die Menschheit begreift erst, wenn es zu spaet ist. Die meisten Abkommen sind doch nicht mal das Papier wert, worauf sie geschrieben sind. Wissenschaftler sind mehr und mehr nur noch einsame Prediger, denen keiner mehr zuhoert. Dann die produzieren nur unangenehme Ergebnisse die bei einer Umsezung sehr viel Geld kosten wuerden. Und man will ja schliesslich Geld verdienen und nicht "nutzlos" ausgeben. Irgendwann ist ausser Geld nichts mehr zum Essen da. Vielleicht sollte man fuer den Fall essbares Geld herstellen. Aber bitte schwer verdaulich!  Thunfisch esse ich schon seit Jahren nicht mehr. Aber es hilft nichts…..

  2. pяiиz uиveяzagt's Ma sagt:

    Zu allem Unglück ist der Thunfisch in den letzten Jahren auch noch mehr und mehr in Mode gekommen, man braucht sich nur mal die TV-Kochsendungen ansehen und überlegen, wieviele der Zuschauer, die bis dahin nur ab und zu Dosenthunfisch auf der Pizza kannten, sich dadurch angeregt fühlen, es auch mal zu versuchen.

  3. Romana sagt:

    …und ich kaufe seit 40(!) Jahren nur Eier von angeblich "glücklichen" Hühnern – was hat es genützt? Nix. Genauso geht es mit allem, was angeprangert wird. Der Schwabe sagt: Ma könnt`schier verzweifle! LG Romy

  4. . sagt:

    Ich muss zu meiner Schande gestehen, das ich gerne Thunfisch esse. Und ich gebe auch zu, das ich des öfteren schon Sendungen gesehen habe, wo mir der Appetit danach vergangen ist. Aber Leute, wo fangen wir an und wo hören wir auf? Schreiben und rufen können wir alle, handeln dagegen nur wenige und selbst die kommen in Verruf. Unsere Welt, oder besser das, was davon noch übrig ist, wird in meinen Augen auch nicht besser, wenn wir uns von allem lossagen. Es gibt so vieles, was wir nicht wissen, nicht sehen oder sogar, gar nicht wahrhaben wollen. Ich denke an das Robbenschlachten, das Walschlachten, gestopfte Gänse, unglückliche Hühner in Legebatterien. Zusammengepferchte Schweine und Schafe, Kühe und Pferde…ich mag gar nicht an alles denken…Obst und Gemüse mutiert…Muss ich wirklich, bei jedem Bissen ein schlechtes Gewissen haben?
    Es mag egoistisch klingen und es ist es vielleicht auch. Mich kümmert es Recht wenig, was in 100 oder 200 Jahren ist. Ich lebe jetzt und hier. Mit meinem Komment gehen mit Sicherheit die Meinungen auseinander, aber ich denke nun mal so.
    Ich werde gegen all das Unrecht nichts ausrichten können, solange das Macht und Profitdenken weiterhin in den Köpfen der Menschheit grasiert.

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