Conversations Lexikon für die Damen von Welt

Veröffentlicht: 2008/11/10 in Geschichte

Ja so etwas gab es wirklich einmal. Der 1. Band erschien 1834 in Leipzig, der letzte und 10. Band 1838. Es ist wirklich bemerkenswert, was die männliche Welt damals dachte was Frauen von nutzen sein könnte. Es war ja gewiss nicht böse gemeint, aber irgendwie schienen die „Herren der Schöpfung“ nicht besonders von den geistigen Eigenschaften einer Frau überzeugt zu sein. Also mal sehen, mit was sich Frau, oh Verzeihung Dame von Welt beschäftigen durfte.  Ich hoffe Ihr habt auch etwas Spaß daran und wir Frauen können doch wirklich Stolz darauf sein, was wir bis dato erreicht haben. Denn inzwischen dürfen wir uns ja über weit mehr Dinge unsere Meinung bilden! Aber lest selber, den gekürzten Originaltext aus dem Vorwort:

…allein der Lesezirkel, für welchen das vorliegende bestimmt ist, und die verschiedenen, dem weiblichen Geschlechte ausnahmsweise eigenen Ansprüche und Bedürfnisse mögen die Rechtfertigung dieser Arbeit übernehmen, wenn eine solche nöthig sein sollte.

Das Grundgesetz der Religion ist die Liebe, das Forum der Liebe aber sind die Frauen und deßhalb die Religion vorzugsweise ihr Eigenthum und als solches betrachtet hier an die Spitze gestellt.

Die Bearbeitung historischer Gegenstände wurde Männern anvertraut, die bei einer gediegenen Kenntniß des Stoffes auch einer romantischen Darstellung desselben fähig waren. …

Die Geographie, welche sich so selten der Gunst der Frauen zu erfreuen hat, legte ihr ernstes, steifes Gewand bei Seite, griff zu dem Wanderstabe und tritt als freundlicher Cicerone auf, um Alle, die sie begleiten wollen, in die gewerbreichen Städte und Gegenden unseres Erdtheils, an die Ufer des Amazonenstromes, in die Wüsten Afrika’s und in die Länder des Orients zu führen, welche der erste menschliche Fuß betrat, wo die Sonne ihre Auferstehung feiert. …

Mythologie und Musik vorzugsweise zu begünstigen, schien uns nothwendig. Gern weilt die weibliche Phantasie in dem Lande der Räthsel und des Helldunkels, der Wunder und Sagen, gern überläßt sie sich dem Zauber der Töne und wählt sie oft als treue Begleiterinnen in einem klanglosen Leben.

Bei der Auswahl der Biographien mußten der Bestimmung des Werkes nach die weiblichen den Vorzug haben. Frauen aller Zeiten und aller Nationen, gefeiert wegen ihrer Schönheit oder glänzenden Eigenschaften, wegen ihrer Tugenden oder ihrer Kenntnisse, Fürstinnen, Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Heilige etc. …

Unter den Männern wird man nur welthistorische Namen finden oder solche, die durch ihr Handeln und Wirken die Interessen des Geschlechtes näher berührten, für welche dieses Werk bestimmt ist.

Den zahlreichen Fächern der Kunst und Wissenschaft, je nachdem sie sich der weiblichen Sphäre mehr oder weniger nähern, ward ein minderer oder größerer Raum gestattet.

Der weiblichen Diätetik, so wie der Botanik, letzterer in Bezug auf das Nützliche und Angenehme, schenkten wir vorzugsweise unsere Aufmerksamkeit; was dem praktischen Leben so nahe steht, dazu durften die Mittel, sich zu belehren , nicht fern liegen.

Von der Kochkunst wurde nur das Fremdartige, Ungewöhnliche erwähnt, da ein Kochbuch ohnedies in keinem Haushalte fehlt.

Weibliche Technik, Toilettenkunde, Gegenstände des Luxus und der Mode, so wie eine Menge mehr untergeordneter Branchen, die wir nicht speciel aufführen wollen, fanden ihrem Werthe oder dem Interesse nach, welches die Frauen an denselben zu nehmen gewöhnt sind, schuldige Berücksichtigung, …

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Kommentare
  1. Anette sagt:

    Nun … das entspricht doch dem Bild des Mannes als \’Krone der Schöpfung\‘ … damals wie heute 😉

  2. Fabienne sagt:

    Ich finde, dass die Beiträge kaum passend sind. Ohne eine direkt abwertende Meinung anzunehmen, möchte ich vorher darauf hinweisen, dass ich 17 bin und zu einer katholischen Privatschule gehe. Ich bin aber trotzdem eher Atheistisch eingestellt. Außerdem interessiere ich mich für die Politik. Als erstes sind in dem Verfasser-Text sehr viele Rechtschreibfehler. Zudem denke ich, dass die Frauen Musik für sich beanstandet haben. Wenn man an die großen Komponisten denkt, fällt mir keine einzige Frau ein. Auch mit der Religion….. ohne Männer gäbe es die katholische Kirche gar nicht, denn wer von uns hat schon einmal eine Priesterin gesehen? Letztens, wenn du denkst, dass die Liebe nur was für Frauen ist, dann tust du mir leid….

    • Chawa sagt:

      Hast du eigentlich begriffen, dass diese Bücher in der Zeit zwischen 1834 und 1838 geschrieben wurden und NUR von Damen der besseren Gesellschaft gelesen wurden????

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