Archiv für 2008/10/13

Erinnerung

Veröffentlicht: 2008/10/13 in Gedichte

Eigentlich ist es sehr persönlich und keiner von Euch kennt SIE. Aber ich möchte trotzdem auch mal an meine Mutter erinnern, die jetzt schon 10 Jahre verstorben ist. Und eigentlich kommt es mir vor, als wenn es gestern war, als ich ihre warme Hand noch halten konnte und durfte.

Eines ihrer Lieblingsgedichte, über das wir stundenlang diskutieren konnten, war das Folgende:

Mutterliebe

Drei Sterne weiß ich, welche Licht
Den letzten Nächten spenden;
Sie leuchten still, sie prahlen nicht,
Es ist kein eitles Blenden.

Das Dunkel lastet tief und schwer,
Was lindert deine Scheue?
Die Sonn` erlosch, doch nimmermehr
Der Stern der M u t t e r t r e u e.

Am Abgrund irrst du, siehst ihn nicht,
In Finsternis verborgen.
Wer zeigt ihn dir? Aus Wolken bricht
Der Stern der M u t t e r s o r g e n.

Wenn alle Welt den Armen läßt,
Und wenn kein Wort ihm bliebe,
Am ew` gen Himmel stehst du fest,
Stern heil`ger M u t t e r l i e b e.

O Mutterliebe, -sorg` und-treu`!
Nie ausgeschöpfte Güte!
Und immer alt und immer neu!
Daß dich die Allmacht hüte!

 

Es ist von Carl Leberecht Immermann (1796 -1840), einem deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker.

 

Meine Mutter war eine wirklich tolle Frau:

energisch aber unheimlich liebevoll,

konsequent aber nicht nachtragend,

unheimlich belesen aber nicht eingebildet.

Und hilfsbereit, das alles war SIE und das ist das, was ich antworten würde, wenn jemand mich nach den Eigenschaften von ihr fragen würde.

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So hatte man es geplant:

Marcel Reich-Ranicki sollte für sein Lebenswerk den Stifterpreis des 10. Fernsehpreises erhalten.

"Über ein Jahrzehnt war "Das Literarische Quartett" Pflichttermin für Literaturbegeisterte. Reich-Ranicki gelang, was nur selten gelingt, die Literatur mit dem Publikum zu vereinen. Das Fernsehen und die Literatur haben ihm viel zu verdanken," so der Vorsitzende der Stifter und Intendant des ZDF Markus Schächter.

Marcel Reich-Ranicki, am 2. Juli 1920 in Wloclawek an der Weichsel geboren, leitete "Das literarische Quartett" im ZDF von März 1988 bis Dezember 2001.

So ist es gelaufen:

 

 

 

Reich-Ranicki philosophierte auf der Bühne zunächst über zahlreiche Preise, die er schon erhalten habe und sagte dann, er sei diesmal in einer schwierigen Situation.

"Ich nehme diesen Preis nicht an", so Reich-Ranicki. "Ich gehöre nicht in die Reihe dieser Preisträger." 

Vielleicht hätte er dies früher sagen müssen, räumte der 88-Jährige noch ein, aber: "Ich habe nicht gewusst, was mich hier erwartet. Ich finde es schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen musste. Diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben." Und er legte nach: "Wäre der Preis mit Geld verbunden, hätte ich das Geld zurückgegeben. So kann ich nur diesen Preis zurückgeben."

Thomas Gottschalk scherzte übrigens noch: "Sie haben gerade erlebt, wie aus einer Preisverleihung eine Realityshow wird."

 

Mehr über sein Person unter: Marcel Reich-Ranicki