Sukkot – Erinnerung an die Wanderung durch die Wüste

Veröffentlicht: 2008/10/10 in Judaica

Sukkot, das Laubhüttenfest, beginnt fünf Tage nach Jom Kippur , also am 15. Tischri, dem Vollmondtag im September/Oktober und dauert sieben Tage.

Sukkot gehört mit Pessach und Schawuot zu den Wallfahrtsfesten, den Festen also, die zur Zeit der beiden Tempel mit einer Pilgerfahrt nach Jerusalem und Opfern im Tempel begangen wurden. Es ist zwar ein Fest, dass sich auf historische Ereignisse stützt, trotzdem findet man in der Thora Hinweise darauf:

Dann sprach der Herr zu Moses: Sprich zu den Israeliten: Der 15. Tag desselben siebenten Monats ist das Hüttenfest sieben tage hindurch für den Herrn. Am ersten Tag ist heilige Versammlung.Da dürft ihr keinerlei Sklavenarbeit verrichten. Sieben Tage lang bringt dem Herrn ein Feueropfer dar; am achten Tag ist heilige Versammlung für euch: ihr sollt dem Herrn ein Feueropfer darbringen, eine Festversammlung sei es, und keinerlei Sklavenarbeit dürft ihr verrichten. … Jedoch am 15. Tage des siebenten Monats, wenn ihr des Landes Ertrag einbringt, sollt ihr das Fest des Herrn sieben Tage lang feiern; der erste Tag ist heiliger Ruhetag und der achte ebenso. Holt euch am ersten Tag prächtige Baumfrüchte, Palmzweige, Äste von dicht belaubten Bäumen und Bachweiden und seid vor dem Herrn, eurem G’tt, sieben Tage lang fröhlich. Ihr sollt es als ein Fest des Herrn sieben Tage lang feiern; es ist dies eine immerwährende Satzung für eure Geschlechter; im siebenten Monat feiert es. In Hütten sollt ihr sieben Tage lang wohnen. Alle in Israel Einheimischen sollen in Hütten wohnen, damit auch eure künftigen Geschlechter erfahren, daß ich die Israeliten in Hütten wohnen ließ, da ich sie aus dem Ägypterland hinwegführte: Ich, der Herr, bin euer G’tt. [Leviticus 23,33-43]

 

Das Laubhüttenfest sollst du sieben Tage lang feiern, wenn du den Ertrag von deiner Tenne und deiner Kelter einerntest. Fröhlich sollst du an deinem Fest sein, mitsamt deinen Söhnen, Töchtern, Knechten, Mägden, Leviten, Fremdlingen, Waisen und Witwen, die sich in deinen Toren aufhalten. Sieben Tage lang sollst du zu Ehren deines G’ttes feiern an dem Ort, den der Herr sich erwählt; denn der Herr, dein G’tt, wird dich segnen bei allem Feldertrag und bei jeglichem Unternehmen deiner Hände; sei also nur fröhlich! [Deuteronomium 16,13-17]

 

Das Merkmal des Sukkot-Festes, des Laubhüttenfestes, ist die Beobachtung des Gebots, in der Sukka, der Laubhütte, zu wohnen. Die Sukka muss eine zeitweilige Hütte sein. Dadurch, dass die ganze Familie am Bau und Schmücken der Sukka mi hilft, ist es eine lustige Zusammenkunft, die viel Freude bereitet. Für den Bau gelten aber bestimmte Vorschriften:

Eine Sukka muss mindestens drei Wände haben. Die vierte Seite kann offen bleiben. Die Wände der Sukka können aus jedem Material sein (Metall, Holz, Segeltuch, Ziegel, Stein). Sie sollen so fest sein, dass sie nicht leicht weg geweht werden können oder im Wind flattern. Wenn man eine Sukka an eine Hauswand baut, so können eine oder mehrere Hauswände als Wände der Sukka dienen.

 Eine Sukka kann klein sein, sogar nur einen Sitzplatz für einen Menschen haben (muß aber mindestens … ca. 75 cm breit und lang sein); sie kann aber auch so groß sein, dass Hunderte dort Platz finden.

 Die Besonderheit der Sukka ist ihr Dach, das aus s’chach sein muss,  das ist alles was aus der Erde wächst und abgeschnitten wurde, solange es nicht etwas ist, was rituell unrein werden kann, wie zum Beispiel Früchte. Man kann Baumzweige, Blätter, Maisstengel, Bambusstangen oder einfach Holzlatten oder dafür geflochtene Strohmatten dazu nehmen. Sie sollen lose auf die Sukka gelegt werden, nicht in Bündeln. Man muss genügend s’chach auf die Sukka legen, so dass sie mehr Schatten als Sonne hat, aber man muss auch etwas Luftlöcher lassen, so dass man nachts die Sterne sehen kann, obgleich eine Sukka auch koscher ist, wenn das s’chach dafür zu dicht ist. Man muß aber darauf achten, dass die Löcher im s’chach nicht weiter als  … ca. 30 cm sind. Andererseits darf das s’chach nicht so dicht sein, dass es wie ein Dach ist und der Regen nicht hindurchkommt. Das würde die Sukka unbenutzbar machen.

 Das s’chach darf erst dann gelegt werden, wenn die Wände der Sukka fertig gebaut sind, so dass das Auflegen vom s’chach die Sukka vervollständigt.

 Eine Sukka, die unter einem Baum oder einem festen Dach, wie etwa in einer Vorhalle steh, ist nicht koscher und somit unbenutzbar.

 Ein festes Dach, das die Sukka teilweise überhängt, darf nicht breiter als höchstens … ca. 240 cm sein. Wenn es breiter ist, ist die Sukka unbenutzbar. Aber auch wenn es weniger breit, und die Sukka koscher ist, wird der Teil unter dem überhängenden Dach nicht als Sukka gerechnet, und man darf dort nicht sitzen.

 Die Sukka sollte geschmückt werden, um sie schön und einladend und angenehm zu gestalten. Üblicherweise hängt man Früchte an das s’chach und Bilder und Dekorationen oder auch Wandteppiche an die Wände.

Zu Sukkot gibt es einen Feststrauß (Lulaw), der besteht aus einen Palmzweig (Lulaw), drei Myrthenzweige (Hadassim) und zwei Bachweidenzweige (Arawot) und Etrog (Zitrusfrucht), die nicht mit gebunden wird.

Bei dem speziellen Festgebet (hoschanot) nimmt jedermann in der Synagoge, mit Lulaw und Etrog in der Hand, an einer Prozession um die Bima teil. Jeden Tag Sukkot findet eine solche Prozession statt, aber am siebenten Tag (der auch Hoschana rabba heißt) gibt es sieben Umzüge. Diese Prozession sollen an die Umzüge um den Altar des Tempels in Jersualem erinnern, als dieser noch stand.

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