Anselm Feuerbach wurde am 12.09.1829 geboren

Veröffentlicht: 2008/09/11 in Personen / Persönlichkeiten

Anselm Feuerbach war ein deutscher Maler und gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 19. Jahrhunderts. Der international bekannte Maler war einer der Hauptvertreter des Neoklassizismus und der Neoromantik. Feuerbachs Werk ist sowohl durch die klassische Antike als auch durch die italienischen Meister der Renaissancemalerei beeinflusst.

  • 1829 Anselm Feuerbach am 12. September in Speyer geboren, als 2. Kind von Amalie Feuerbach, geb. Keerl und dem Philologen und Archäologen Joseph Anselm Feuerbach

  • 1830 Anselms Mutter stirbt am 1. März an Lungentuberkulose. Anselm wird mit seiner Schwester Emilie für vier Jahre bei den Großeltern in Ansbach untergebracht

  • 1834 Anselms Vater heiratet die Pfarrerstochter Henriette Heydenreich

  • 1836 Berufung des Vaters an die Universität Freiburg und Übersiedlung der Familie dorthin

  • 1843 Anselm erhält systematischen Zeichenunterricht beim Anatomiezeichner der Universität. Sein Zeichenlehrer am Gymnasium spricht ihm jedes Talent ab

  • 1844 Anselm malt eine Folge von Szenen aus dem Nibelungenlied. Proben von Zeichnungen werden an die Düsseldorfer Akademie zu Carl Friedrich Lessing und Wilhelm von Schadow geschickt

  • 1845 Der jugendliche Künstler tritt ohne Schulabschluss die Reise nach Düsseldorf an und wird Schüler von Schadow

  • 1846 Das erste größere Gemälde entsteht: Flötender Silen

  • 1848 Feuerbach verlässt unzufrieden die Düsseldorfer Akademie

  • 1849 Tritt in München in das Atelier von Karl Rahl ein

  • 1850 Besucht ab Herbst die Antwerpener Akademie und wird Schüler von Gustave Wappers

  • 1851 Ab Juni in Paris. Er studiert und kopiert alte Meister im Louvre. Sein Vater stirbt am 1. September. Feuerbach zeigt sich beeindruckt von Couture und Courbet; er nennt später noch Eugène Delacroix, Constant Troyon, Théodore Rousseau als wichtige Künstler dieser Zeit. Beginnt sein zweites großes Gemälde: Hafis vor der Schenke

  • 1852 Stiefmutter Henriette und Schwester Emilie übersiedeln nach Heidelberg

  • 1853 Feuerbach tritt im November in das Atelier von Couture ein, wo er möglicherweise Édouard Manet begegnet

  • 1854 Bis April dritter Paris-Aufenthalt; er ist nun freier Künstler

  • 1855 Flucht aus den Armen einer Pariser Geliebten nach Heidelberg. Dort lernt er den Dichter Joseph Victor von Scheffel kennen. Bis April in Karlsruhe. Er erhält ein Venedig-Stipendium, um dort Tizians Assunta zu kopieren. Reist mit Scheffel um den 25. Mai herum über den Brenner Richtung Venedig. Im August Flucht vor Hitze und Cholera aus Venedig zum Castell Toblino am Tobliner See. Die ersten bedeutenden Landschaftsstudien entstehen. Nach Venedig zurückgekehrt zieht sich Feuerbach im Oktober/November eine syphilitische Infektion zu und begibt sich bei einem Militärarzt in Behandlung. Muss sich nach einer Quecksilberschlammkur langwierigen Jodkuren unterziehen. Häufige Fieberanfälle

  • 1856 Feuerbach bricht im Mai über Padua und Bologna nach Florenz auf. Mitte August bis Ende September bei einem deutschen Arzt in Livorno in Pflege. Am 1. Oktober Ankunft in Rom. Ende November Bekanntschaft mit seinem späteren Biographen Julius Allgeyer

  • 1857 Mitglied des Deutschen Künstlervereins in Rom. Engere Bekanntschaft mit Arnold Böcklin, Reinhold Begas, Karl Friedrich Fries und Ludwig Passini. Erhält vom Sammler Ludwig Landsberg den Auftrag für Dante. Mietet eine Atelier im Palazzo Costa

  • 1858 Feuerbach will Dante behalten und zahlt mit einem Darlehen Scheffels den von Landsberg erhaltenen Vorschuss zurück. Im März und April öffentliche Ausstellung des Dante an der Piazza del Popolo. Der hannoversche Konsul in Palermo Karl Wedekind bestellt nach einem Atelierbesuch ein halbfertiges Kinderständchen. Der Künstler fühlt sich einsam und will die Historienmalerei aufgeben

  • 1860 Er lernt Anna Risi, genannt Nanna, kennen. Sie wird sein Modell und seine Geliebte. Die Serie der berühmten Nanna-Bildnisse beginnt. Vom Mai bis Oktober für Bildnisaufträge in Heidelberg

  • 1861 Feuerbach plant Iphigenie und Gastmahl. Im Sommer Meerstudien in Anzio. Lehnt eine Berufung an die im Vorjahr gegründete Großherzogliche Kunstschule in Weimar ab.

  • 1862 Ausstellung der Iphigenie in Karlsruhe, Stuttgart und Berlin. Er lernt im Winter den in München ansässigen mecklenburgischen Kunstsammler Adolf Friedrich Graf von Schack kennen

  • 1863 Schack gibt erste Bestellungen auf. Zunehmend führt die Stiefmutter Henriette die geschäftliche Korrespondenz mit Schack. Bruch mit Böcklin. Selbstmordgedanken

  • 1865 Feuerbach widmet sich wieder der Komposition des Gastmahls. Engere Bekanntschaft mit Hans von Marées. Nanna wird ihm untreu und geht mit einem Engländer nach Süditalien

  • 1866 Im Sommer Studien in Anzio für den Hintergrund der Münchener Medea. Er lernt Lucia Brunacci kennen, die wie Nanna Modell und Geliebte wird. Im Oktober Reise nach Berlin. Feuerbach glaubt, durch den Sieg Preußens über Österreich werde sich dort der kulturelle Mittelpunkt Deutschlands bilden. Auftrag Schacks für Medea und Ricordo di Tivoli

  • 1867 Er findet endlich in Rom ein großes Atelier in der Via S. Nicola da Tolentino. Ende März zur Erholung nach Baden-Baden. Geselligkeit mit Clara Schumann und Johannes Brahms. Im Oktober wieder in Rom, wo Feuerbach und Marées sich mit Conrad Fiedler anfreunden

  • 1868 Schnelles Abkühlen der Beziehung zu Fiedler, da dieser den mittellosen Marées unterstützt. Im Dezember Abbruch der Beziehung zu Schack

  • 1869 Im April Vollendung der ersten Fassung des Gastmahls. Im Juni in Baden-Baden. Ausstellung des Gastmahls auf der Großen Internationalen Kunstausstellung in München. Dort sieht es die Malerin Marie Röhrs und erwirbt es sofort. Der Karlsruher Kunstverein bemüht sich um eine Ausstellung des Gastmahls. Feuerbach reagiert abweisend auf die Möglichkeit einer Berufung nach Karlsruhe

  • 1870 Ausstellung der Medea in Karlsruhe. Karlsruher Hof interessiert sich für Feuerbach, doch dieser konterkariert durch übersteigerte Forderungen die Absicht des Großherzogs, ihn nach Karlsruhe zu ziehen. Im Juli in Berlin. Durch Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges erst im September wieder in Rom. Im Herbst Fertigstellung von Das Urteil des Paris (Mit Hilfe Ferdinand Kellers)), das zur Berliner Herbstausstellung geschickt wird

  • 1871 Feuerbach beginnt die Arbeit an der zweiten Fassung der Amazonenschlacht und an der zweiten Fassung des Gastmahls

  • 1872 Im März Reise von Rom nach Heidelberg und von dort nach Wien, wo Feuerbach erstmals mit Rudolf Eitelberger zusammentrifft und wegen einer Professur an der Wiener Akademie der Bildenden Künste vorfühlt. Berufung am 7. August. Vollendung der Amazonenschlacht

  • 1873 Im März Tod der Schwester Emilie. Feuerbach trifft im Mai in Wien ein und tritt seinen Dienst am 1. Juni an. Er ist nicht mit Bildern auf der überfüllten Wiener Weltausstellung vertreten, schwankt angesichts der Erfolge Hans Makarts zwischen Bewunderung und Neid

  • 1874 Im Januar und Februar Ausstellung der Amazonenschlacht und der zweiten Fassung des Gastmahls im Wiener Künstlerhaus. Ablehnende Haltung der Kunstkritik, insbesondere zur Amazonenschlacht

  • 1875 Feuerbach pendelt zwischen Rom und Wien. Er wird wegen nicht eingereichter Urlaube vom Ministerium ermahnt. Ab Oktober wieder in Wien. Beginn der Arbeiten am Titanensturz für den Plafond der Akademie-Aula

  • 1876 Im März Lungenentzündung. Mit hohem Fieber fährt der Künstler zur Stiefmutter nach Heidelberg. Ein großer Teil seiner Lebenserinnerungen entsteht als Pamphlet, als Abrechnung mit seinen Zeitgenossen, u. a. auch Über den Makartismus – Pathologische Erscheinung der Neuzeit. Er reicht im Juni in Wien sein Entlassungsgesuch ein. Im Juli übersiedelt Henriette Feuerbach nach Nürnberg.

  • 1877 bis 1879 Feuerbach pendelt zwischen Venedig und Nürnberg

  • 1878 Intensive Arbeit am Titanensturz. Er spielt mit dem Gedanken, als Porträtmaler nach London zu gehen

  • 1880 Feuerbach erliegt am 4. Januar in Venedig einem Herzschlag – vermutlich als Folge der Syphilis-Infektion.

  • Im April große Gedächtnis-Ausstellung seines Nachlasses in der Berliner Nationalgalerie

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