Uri Avnery: 85 Jahre und kein bisschen leise

Veröffentlicht: 2008/09/10 in Personen / Persönlichkeiten

Nun wird sich sicher manch Einer frage "Wer ist denn das?"

Uri Avnery (‏ ( אורי אבנרי‎wurde am 10. September 1923 in Beckum als Helmut Ostermann geboren. Er ist ist ein israelischer Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist. Er war in drei Legislaturperioden für insgesamt zehn Jahre Parlamentsabgeordneter in der Knesset (1965−1969, 1969−1973 und von 1979−1981).

Kurzbiografie

Zu Beginn des „Dritten Reiches“ besuchte Avnery die Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule (heute Helene-Lange-Schule) in Hannover. Noch 1933 wanderte seine Familie mit ihm nach Palästina aus.

Von 1938 bis 1942 war Uri Avnery Mitglied der Irgun. Im Palästinakrieg 1948 wurde er als israelischer Soldat schwer verwundet. Von 1950 bis 1990 war er Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Haolam Haseh. 1993 begründete Avnery mit Freunden die israelische Friedensinitiative Gush Shalom (Israelischer Friedensblock).

Er setzt sich für die Trennung von Staat und Religion und gegen den orthodoxen Einfluss auf das religiöse und politische Leben in Israel ein.

Auszeichnungen

  • Ehrenbürgerschaft des Dorfes Abu-Ghosh bei Jerusalem, in Anerkennung seines Anteils an der Verhinderung der Vertreibung des Dorfes, 12. Dezember 1953.
  • Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück , 21. Juni 1995.
  • Ehrenbürgerschaft der Stadt Kafr Kassem, in Anerkennung seines Anteils an der Aufdeckung des Massakers, verliehen am 40. Jahrestag, 31. Oktober 1996.
  • Aachener Friedenspreis (zusammen mit Gush Shalom), 1. September 1997.
  • Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte, 22. Januar 1998.
  • Niedersachsen-Preis für hervorragende publizistische Leistungen, 11. Februar 1998.
  • Palästinensischer Preis für Menschenrechte, verliehen von LAW, die palästinensische Gesellschaft für Menschenrechte, Jerusalem 7. Juni 1998.
  • Alternativer Nobelpreis (Right Livelihood Award 2001), Uri und Rachel Avnery und Gush Shalom, 4.Oktober 2001, Verleihung 7. Dezember 2001.
  • Ehrenmitgliedschaft von Rachel und Uri Avnery in der Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V., Osnabrück, 2. Mai 2002
  • Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg, Verleihung 4. Mai 2002.
  • Lew-Kopelew-Preis, Köln, Verleihung März 2003.
  • Sokolow -Preis, Tel Aviv, für sein journalistisches Lebenswerk (Die Preisverleihung war mit einem großen Fest des journalistischen Establishments verbunden mit dem Tel Aviver Bürgermeister an der Spitze, der zu Uri Avnery sagte: „Das Establishment hat sich Dir genähert!“ (Das allein ist schon eine große Auszeichnung!))

Veröffentlichungen

  • 1945: Der Terrorismus, die Kinderkrankheit der Hebräischen Revolution. Broschüre, hebräisch.
  • 1947: Krieg oder Frieden im Semitischen Raum. Broschüre, hebräisch.
  • 1949: In den Feldern der Philister. Kriegstagebuch, hebräisch, spanisch, jiddisch, Bestseller, 12 Auflagen.
  • 1950: Die Kehrseite der Medaille. Kriegserinnerungen, hebräisch (wurde wegen der Beschreibung von Greueltaten boykottiert).
  • 1961: Das Hakenkreuz. Analyse des Aufstiegs des Nationalsozialismus in Deutschland. Zum Anlass des Eichmannprozesses, hebräisch.
  • 1968: Israel ohne Zionisten. Geschichte des israelisch-arabischen Konfliktes. Plädoyer für eine arabisch-israelische Staatengemeinschaft. (englisch, hebräisch, deutsch, französisch, italienisch, dänisch, holländisch, spanisch) Deutsche Ausgabe: Bertelsmann, Spiegel-Serie, 239 Seiten.
  • 1969: 1 gegen 119. Uri Avnerys Reden in der Knesset, redigiert von Amnon Zichroni, hebräisch.
  • 1988: Mein Freund, der Feind. Persönliche Aussage über die Kontakte mit der PLO, englisch, hebräisch, französisch, deutsch, italienisch, deutsche Ausgabe: Dietz Verlag. Vorwort von Bruno Kreisky, 416 S.
  • 1991: Lenin wohnt hier nicht mehr, politischer Reisebericht über die ehemalige Sowjetunion, DDR, Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei, mit Fotos von Rachel Avnery, hebräisch.
  • 1991: Wir tragen das Nessosgewand, Israel nach dem Golfkrieg, deutsch, 126 Seiten, Dietz Verlag, Bonn
  • 1995: Zwei Völker, Zwei Staaten, deutsch; Gespräche mit Uri Avnery; Vorwort von Rudolf Augstein, Palmyra Verlag, Heidelberg, 193 S.
  • 1996: Die Jerusalem-Frage, 1996, deutsch; Uri Avnery und Azmi Bischara im Gespräch mit 11 israelischen und palästinensischen Persönlichkeiten, Palmyra Verlag, 311 S.
  • 2003: Ein Leben für den Frieden. Klartexte über Israel und Palästina. Broschiert, Palmyra Verlag, 298 S.
  • 2006: Von Gaza nach Beirut. Israelisches Tagebuch, Kitab Verlag, Klagenfurt, Wien 2006.
  • Roland Kaufhold (2003): Uri Avnery: Ein Porträt. In: Uri Avnery (2003): Ein Leben für den Frieden. Heidelberg (Palmyra), S. 258-287, auch publiziert in: psychosozial, Nr. 93, Heft 3, 2003, S. 107–122

Infomöglichkeiten z. B.

Interview

Homepage

Persönliches Fazit

Sicher, er mag weder hier noch in Israel nur Freunde haben, aber ich denke, er ist ein mutiger Mann. Ich selber gehe nicht ganz konform mit ihm, weil doch einige Thesen nicht nachvollziehbar sind, aus meiner Sicht zu radikal. Aber ich finde es toll, dass er seine Überzeugung so vehement vertritt, ohne wenn und aber! Und daher habe ich mich zu diesem Blog entschlossen.

Denn Frieden für Israel wäre zu schön, um wahr zu sein. Erleben werde ich ihn sicher nicht mehr.

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